FM4 Review

by The Black Riders

Lass den Revolver stecken
Ein Mensch, der immer wieder musikalische Metamorphosen durchläuft und damit sein Umefld oft in Staunen versetzt, ist Martin Rotheneder. Als Ben Martin folgt er dem inneren Drang eines Singer/Songwriters, mit I Am Cereals verwirklicht er unterstützt von dem Bauchklanger Gerald Huber und Freunden seine Elektro-Disco-Pop-Träume und jetzt hat er ein neues musikalisches Pferd gesattelt: The Black Riders. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Michael Prowaznik hat er ein Duo geschaffen, dass es bei einem stilgerechten High-Noon-Shootout durchaus mit den White Stripes oder Two Gallants aufnehmen könnte. Ihre Waffenwahl fällt dabei auf die gute alte 6-string, ein abgehalftertes Schlagzeug und lediglich ein kleines Loop-Pedal. Die Worte kann man dabei sicher auch unverstärkt gegen den aufbrausenden Wüstenwind schreien.

Getroffen haben sich die beiden bei einem Konzert von Esteban’s, jedoch nicht im Publikum vor sondern auf der Bühne. Schon damals wurde den beiden nach nur wenigen gemeinsam gespielten Tönen klar, dass sie einen guten Draht zueinander haben. Ein unumgängliches Muss für das Projekt The Black Riders, denn eigentlich entstehen alle Nummern in Jam-Sessions. Und wer jetzt glaubt, nur Gitarre und Schlagzeug würden sich vom Sound her schnell erschöpfen oder gar langweilig werden, der irrt. Das Debüt “The Guns Are Restet” ist extrem abwechslungsreich, was sowohl Tempo, Rhythmus und Strukturen betrifft, als auch die verschiedenen Stimmungen und Bilder, die Ben Martin und Michael Prowaznik transportieren. So klingt bei dem Eröffnungsstück “Chasing Rabit” der Klang der Snare-Trommel wie das Klicken eines verstaubten Revolvers und nicht selten sieht man beim Hören der Platte die Beiden vor dem inneren Auge durch die amerikanische Steppe traben, dichte Staubwolken hinter sich herziehend. Nur ihre Sporen auf den Cowboystiefeln blitzen in der heißen Präriesonne.

“The Guns Are Rested” von The Black Riders ist ein stimmungsvolles Debüt. Es ist ein perfekt abgestimmtes Gesamtkunstwerk, das erfrischt, verblüfft und einen gleichzeitig komplett wegbeamen kann. Ben Martin und Michael Prowaznik reiten mit uns durch ihre musikalisches Wildwest-Reich und plaudern bei einem kleinen Lagerfeuer und einer Pfanne mit Speck und Bohnen über ihre Porduktions- und Jam-Geheimnisse, Tom Waits und Theater, sowie über die Bilder, die sie beim Spielen wirklich im Kopf haben.

Das The Black Riders Debüt “The Guns Are Rested” ist auf Ben Martins Label Violet Noise Records erschienen.
von Andreas Gstettner

http://fm4.orf.at/stories/1651864/

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